Gästebuch
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Ich verstehe, dass man über einzelne Eingriffe in natürliche Abläufe unterschiedlicher Meinung sein kann. In diesem konkreten Fall möchte ich aber deutlich widersprechen: Die Arbeit des NABU ist keine „Vermenschlichung“ der Tiere und auch kein Eingriff aus Bequemlichkeit. Ohne den Einsatz für geeignete Brutplätze wären Turmfalken an vielen Standorten schon vor Jahrzehnten verschwunden.
Gerade im städtischen Raum sind natürliche Brut- und Nistmöglichkeiten durch Sanierungen, Verschluss von Öffnungen und bauliche Veränderungen stark zurückgegangen. Dass es im Corbusierhaus überhaupt wieder eine stabile Möglichkeit zur Brut gibt, ist auch dem Engagement von Menschen zu verdanken, die sich seit Jahren um geeignete Brutplätze, Schutz und Beobachtung kümmern.
Die Entnahme der Eier nach 65 Tagen war deshalb keine „Regulierung“, um die Natur in eine menschliche Ordnung zu pressen. Die Untersuchung hat eindeutig ergeben, dass alle sechs Eier unbefruchtet waren. Ein Schlupf war damit ausgeschlossen. Nach dieser langen Zeit ging es darum, das Weibchen zu entlasten, das wochenlang vergeblich gebrütet hatte.
Kritik ist selbstverständlich möglich. Sie sollte aber berücksichtigen, dass der Schutz dieser Tiere ohne konkrete menschliche Hilfe vielerorts gar nicht mehr funktionieren würde. In diesem Sinne halte ich den pauschalen Vorwurf gegenüber dem NABU für nicht gerechtfertigt.
Trotz unterschiedlicher Einschätzung danke ich Ihnen für Ihr Interesse, Ihre Beobachtungen und Ihre Begleitung der Turmfalken im Corbusierhaus.
Michael von Rein